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Kapitel 3 – Die Abenteuer von Schmörk

Kapitel 3 – Die Abenteuer von Schmörk

In jeder Hinsicht geliefert! 

Während Schmörk friedlich unter den Federn von Helga eingeschlafen war, mussten Petunia und Hans-Jörg noch ein echtes Abenteuer erleben. Der Sturm hatte noch lange nicht seine Kraft verloren und peitschte den Regen ziemlich stark gegen die Helmvisiere von Petunia und ihrem Begleiter.

Hans-Jörg hatte aber noch ganz andere Probleme. Er sammelte Regenwasser in seinem Beiwagen wie eine Regentonne. Alle 10 Kilometer musste Petunia anhalten, damit das Wasser im Beiwagen wieder ablaufen konnte. Es war sehr mühsam aber wenn sich Petunia mal etwas in den Kopf gesetzt hatte, brachte sie das auch zum Ende. Egal was es war. Und ein bisschen Wind und Regen konnte sie nicht davon abhalten, für ihren alten Freund Hans-Jörg noch rechtzeitig den Hafen zu erreichen.

Sie fuhren viele Stunden über die nasse Landstraße und plötzlich krachte keine hundert Meter vor ihnen ein Baum einfach so auf die Landstraße. Die beiden hatten aber auch mehr Glück als Verstand! Wären sie nur etwas schneller gewesen, hätte sie der Baum vielleicht erwischt. Aber es war ja noch einmal alles gut gegangen. Nur mussten sie jetzt irgendwie über den Baum kommen. Denn rechts und links vom Baum war kein Vorbeikommen. Es gab keine andere Lösung als noch einmal ein Stück zurück zu fahren und dann über eine andere Straße das Hindernis zu umfahren.

Das verbrauchte natürlich Zeit, wertvolle Zeit die ihnen verloren ging und die Chance das Schiff zu erreichen wurde immer kleiner. Aber Petunia gab noch einmal mehr Gas. Sie raste wie der Teufel durch die Nacht und früh am Morgen, es war so um die vier Uhr, kamen sie endlich im Hafen an. Sie fragten sich durch, bis sie beim Schiff waren, das nach Amerika fuhr. Dort gaben sie dann die Frachtpapiere ab und überreichten dem Kapitän höchstpersönlich die Kiste von Professor Bunsen. Der Kapitän musterte die Kiste und sagte dann “Joa, nä, das muss doch die olle Kiste vom Professor Bunsen sein, nä. Ich hatte mir die ja größer vorgestellt. Er hat ja auch ordentlich was gezahlt, dafür, dass die Kiste direkt bei mir in der Kajüte stehen soll, nä!”.
Hans-Jörg schaut etwas betröppelt. Es war ihm sichtlich peinlich, dass er nur die halbe Ladung beim Kapitän abgeben konnte aber Petunia merkte, dass ihr Freund etwas beschämt war und sagte sofort: “Nee Herr Kapitän, da ist alles dran und drin was drin sein muss, wir hatten nur Probleme beim Transport und mussten die große Umverpackung wegschmeißen. Aber sie haben hier alles was in der Kiste war. Ist doch auch besser so oder nicht Herr Kapitän? Dann haben sie auch mehr Platz in ihrer Kajüte!”
Beim letzten Satz lachte sie laut auf und der Kapitän nickte heftig und musste mitlachen.
“Joa junge Dame! Da haben sie wohl Recht, na dann werde ich das gute Stück mal gut unterbringen! Danke und weiterhin gute Fahrt!”.
Mit diesen Worten ging der Kapitän zurück auf sein Schiff und Petunia und Hans-Jörg standen erleichtert am Schiffsanleger und klatschten sich begeistert in die Hände.
“So und nu hab ich ordentlich Kohldampf Hans-Jörg!” Petunia rieb sich den Bauch vor Hunger und ein warmer Kakao wäre jetzt auch genau das Richtige um die Kälte aus den Knochen vertreiben zu können.“
Sie erinnerte sich, dass nicht weit vom Schiffsanleger eine kleine Gaststätte war, in der man auch warmen Kakao und was gutes zu Essen bekam. Der Name der Gaststätte klang zwar etwas rau aber in der “Schwarzen Spelunke” konnte man sich gut aufwärmen und neue Kraft tanken. Gesagt getan! Hans-Jörg setzte sich wieder in den nassen Beiwagen und Petunia ließ den Motor an. Schon brausten die beiden zur schwarzen Spelunke. 

“Spezialität des Hauses: Heißer Rum mit Schokolade” las Petunia über dem Eingang der Kneipe. “Na den Rum kann der Wirt behalten aber den Kakao nehme ich gerne!” und so ging es Hans-Jörg auch. Kaum hatten sie die Kneipe betreten rief Petunia auch schon zum Tresen “Zwei heiße Kakao aber ohne Rum wenn ich bitten darf!”.
“Mensch Petunia, bist du das?!” Schallte es vom Tresen zu den beiden rüber. Und als sich Petunias Augen an das schummrige Licht in der Spelunke gewöhnt hatten, erkannte sie auch den Mann am Tresen. Es war Fietje. Ein Freund aus dem gleichen Dorf aus dem auch Hans-Jörg war.
Hans-Jörg schaute etwas grimmig, denn Fietje war früher schon immer sehr an Petunia interessiert gewesen und Hans-Jörg war schon immer auf seine direkte Art eifersüchtig. Immerhin hatte Fietje Petunia sogar schon geküsst. Aber nun grüßte er Hans-Jörg genau so freundlich wie Petunia und da konnte Hans-Jörg nicht anders und freute sich auch Fietje zu sehen.

Aus der Küche kam nun auch eine Frau mit langen roten Haaren und einem kugelrunden Bauch. Sie war schwanger und so wie es aussah, war sie wohl auch Fietjes Frau. “Na Fietje, möchtest du mir deine Freunde nicht vorstellen?” fragte die Frau und Fietje begann ihr sofort zu erzählen wer da gerade so früh am Morgen in seine Spelunke gekommen war und schon bald hatten sich alle vier gut verstanden. Selbstverständlich bekam Petunia auch ihren warmen Kakao ohne Rum und Hans-Jörg nahm gleich auch noch einen Nachschlag, als sein erster Kakao leer war und so wurden die beiden ganz allmählich wieder warm.  

Kurz nach acht Uhr am Morgen wurde das angenehme Gespräch mit Fietje und seiner Frau aber jäh unterbrochen. Das Handy von Hans-Jörg klingelte. Auf dem Display erschien der Name von Prof. Bunsen. Hans-Jörg wurde kurz zittrig ging dann aber sofort dran.
“Hans-Jörg Bongertz – Transporte aller Art, was kann ich für sie tun?” Er wusste natürlich, dass am anderen Ende der Professor war aber wenn er sich so meldete wusste auch Fietje gleich, dass er nun Unternehmer war und erfolgreich. Den Professor kümmerte das allerdings wenig, er kam sofort zur Sache: “Morgen Herr Bongertz, haben sie meine Fracht pünktlich beim Kapitän abgeben können?” 

Hans-Jörg wurde es kurz heiß und kalt zugleich aber er antwortete wie aus der Pistole geschossen: “Ja Herr Professor, die Fracht kam pünktlich beim Kapitän an es war nur…” gerade als er stockte wurde der Professor ganz ungeduldig. “Was war nur? Ist was mit der Fracht passiert? Hat der Sturm was zerstört, nun sagen sie doch schon was los ist!!!”. Hans-Jörg griff sich mit der ganzen Hand auf den Hinterkopf und fing dann an zu beichten. Fietje, seine Frau und Petunia waren mucksmäuschenstill.  

“Ja, also der Sturm war Schuld, dass ich gegen einen Baum fuhr, beziehungsweise der Baum fiel auf die Straße und ich bin dagegen gefahren, dann traf ich Petunia und mit ihr habe ich die Kiste dann auf ihrem alten Motorrad zum Hafen bringen können.”

Kurz war es still am anderen Ende aber dann fasste sich der Professor. “Was meinen sie mit einem Motorrad? Die Kiste war doch viel zu groß für ein Motorrad!”

“Ja das stimmt schon aber wir haben die Kiste aus der Kiste genommen und nur die kleine Kiste zum Kapitän gebracht. Ich hoffe das ist für sie in Ordnung?”

Aber für den Professor war da gar nichts in Ordnung. Sofort fragte er nach: “Haben sie auch alles aus der großen Kiste herausgeholt? Auch die kleine Wurzelholzkiste und den Schildkrötenpanzer?” Jetzt wurde Hans-Jörg wieder kalkweiß. Er riss die Augen weit auf und wurde ganz nervös. Petunia sah es und reichte ihm schnell ein Glas Wasser. Hans-Jörg trank es, nahm kurz Luft und am anderen Ende der Leitung rief der Professor ganz ungeduldig “Hallo, sind sie noch dran, haben sie alles zum Kapitän gebracht?!”

“Ja, ja selbstverständlich haben wir alles zum Kapitän gebracht!” Das war nun Petunia die Hans-Jörg das Handy aus der Hand gerissen hatte und nun beruhigend auf den Professor einredete.

“Wir haben ein großes Motorrad mit einem großen Beiwagen und mein Kollege, der Herr Bongartz ist ja nicht so groß, dadurch hat alles wunderbar in den Beiwagen gepasst. Machen sie sich mal keine Sorgen!”.

Der Professor fing nun an sich zu beruhigen. “Gut, na das klingt ja doch ganz ordentlich. Ich werde gleich meinen Kollegen in New York anrufen und ihm mitteilen, dass die Fracht in acht Tagen bei ihm sein wird. Ich danke ihnen und noch eine gute Heimreise.” Mit diesen Worten legte der Professor auf und Petunia schaut Hans-Jörg mit großen Augen an. “Acht Tage hat er gesagt”. Petunia flüsterte fast, als sie es sagte. “Achte Tage…” wiederholte Hans-Jörg. “Also haben wir ganze acht Tage um die kleine Kiste und den Schildkrötenpanzer nach New York zu bringen”. Petunia und Hans-Jörg nickten sich verschwörerisch zu und riefen praktisch zeitgleich “Fietje, die Rechnung bitte!”.

Aber Fietje dachte gar nicht daran, Geld von seinen Freunden zu nehmen. “Das geht aufs Haus und jetzt schaut, dass ihr nach Hause kommt und die Sachen nach Amerika schafft. Gesagt, getan. Die beiden flitzten aus der Kneipe, setzen sich aufs Motorrad und Beiwagen und dann ging es mit heißen Reifen ab nach Hause. 

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