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Der große 100-Tage-Erst-Papa-Check

Der große 100-Tage-Erst-Papa-Check

Für dieses Jubiläum musste ich natürlich den Rhythmus meiner wöchentlichen Veröffentlichung etwas verändern. Schließlich feiert man solch ein Jubiläum ja auch nur einmal im Leben! Und ich warne jetzt schon vor: Das könnte ein ziemlich sulziger Artikel werden. Weil 100 Tage Papa-Sein in ein paar nüchterne Worte zu packen, ist einfach nicht möglich.

Ja, wow! Ein echt krasser Weg. Normalerweise sind 100 abgezählte Tage kein großes Ereignis und die meisten Menschen können sich gerade mal merken, wenn ein Jahr zu Ende ist. Aber in diesem speziellen Fall habe ich sehr genau mitgezählt. Weil jeder dieser hundert Tage anders war als die 14731 Tage die ich bisher erleben durfte.

Da war die Geburt. Was für eine unglaublich emotionale Situation während meine Frau in den Wehen lag und ich nach all den Stunden diesen kleinen Knopf auch in meinen Armen halten durfte. Da waren die ersten Tage im Chaos, Futternot im Drogeriemarkt, Milchstreik in der Mutterbrust und die ersten Tage im eigenen Zuhause. Die Nächte in denen man (übrigens heute noch) in die Stille hineinhorcht um ja nicht den einen, tiefen Atemzug von ihr zu verpassen, den sie in relativ regelmäßigen Abständen macht.

Jep! In den letzten 100 Tagen gab es keinen Tag an dem ich mich länger als 20 Minuten gelangweilt habe und ich bekam auch die eine oder andere Zuschrift von Vätern und solchen die bald Vater werden. Vor allem die werdenden Väter haben sich sehr für meine Erlebnisse interessiert. Es ist vielleicht hier und da unterhaltsam geschrieben und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle stark geschönt (sorry Herrschaften, aber es wird nicht jeden Tag Regenbogen-pinkelnde-Einhörner zu beobachten geben) aber vor allem wird es doch ein Abenteuer werden und jeder von euch wird tonnenweise gute Ratschläge bekommen. Die gibt es sogar pro Tonne umsonst! Aber ich zumindest wollte und musste mir vieles von der Seele schreiben oder einfach auch den Kontakt nach „draußen“ halten.

Ich genieße die um drei Prozent gestiegene „Coolness“, die ich inzwischen besitze, wenn die Kleine schreit oder sie sich nachts verschluckt und dann so merkwürdig röchelt. Ich freue mich auch über die nonverbale Kommunikationsebene, die meine Frau und ich inzwischen im Schlaf beherrschen und ich muss ganz ehrlich sein. Seit ich wieder arbeiten gehe, übernimmt meine Frau den kompletten Morgenjob. Dafür werde ich aber die Wochenenden ordentlich abarbeiten – Versprochen!

Aber die erste Arbeitswoche nach der Elternzeit war auch nicht gerade einfach. Wenn man fast drei Monate unter einer Glasglocke verbringt und sich die komplette Wirklichkeit nur in diesem überschaubaren Raum abspielt, dann ist die Begegnung mit dem Alltag doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Natürlich findet man recht schnell zurück in die Alltäglichkeit aber in der einen oder anderen freien Minute schaut man etwas sehnsüchtig aus dem Fenster und würde gerne wissen, was die zurückgebliebene Truppe unter der Glasglocke gerade so treibt. Ob die mehr Spaß haben, lässt sich ziemlich einfach und schnell beantworten ;)

Blöd am Ende der Elternzeit ist aber vor allem die Tatsache, dass die kleine Tochter nach Feierabend nicht mehr sehr lange wach ist. Keine zwei Stunden nach meiner Ankunft am heimischen Herd, macht die Kleine die Grätsche und schläft den Schlaf der Gerechten. Zusammen mit den paar Minuten am Morgen komme ich auf etwas mehr als zwei Stunden gemeinsames Beisammensein. Das ist nicht gerade viel aber in den nächsten Monaten und Jahren wird sich das Verhältnis auch zu meinen Gunsten ändern – Denke ich…

Es ist – auch nach 100 Tagen – immer noch neu, ungewohnt und noch lange nicht lässig beherrscht. So ein kleiner Mensch ist eine tolle Aufgabe, eine irrsinnige Verantwortung und eine unglaubliche Bereicherung.

Und eine Bilanz nach 100 Tagen ist ziemlich einfach:

Ich freue mich auf jeden weiteren Tag mit meinen Mädels!

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