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Das war Woche NEUN

Das war Woche NEUN

Also das war mal eine Woche! Ich habe meine ganz eigenen 15 Minuten Ruhm erhalten, weil mein Blog tatsächlich zum Blog der Woche auf nido.de erklärt wurde und ich dadurch etliche neue Leser gewann. Das verpflichtet natürlich! Aber es zeigt auch deutlich, dass es anderen Eltern nicht anders geht. Wir alle wollen wissen, ob es drüben beim Nachbarn mit der Pflege und Erziehung des Nachwuchses genauso gut oder schlecht funktioniert, wie beim eigenen.


Aber jetzt zum wichtigsten überhaupt! Das war der Erkenntnisgewinn der neunten Woche:

  • #01: Samstag-Abend-Themen-Revolution – Talkcheck
  • #02: City-Baby-Shopping – Konsumcheck
  • #03: Online-Offline-Shopping – Meinungscheck
  • #04: Datenschutz – Ergänzung-Check
  • #05: Großeltern Matching-NOGO-Check

Der Samstag – als Wochentag – war für mich spätestens seit der Pubertät der magischste aller Wochentage. An diesem Tag, aber vor allem an diesem Abend erfüllten sich Wünsche, konnte man am besten träumen und hatte man den größten Spaß! Es gab viele Jahre, in denen ich an jedem Samstag unterwegs war. Partys feierte, Clubs besuchte, auf Konzerte ging oder mich später dann auch einfach mit Freunden zum Grillen verabredete und unterhaltsame Abende verlebte. Die Themen waren fast immer ausgelassen, manchmal auch nicht jugendfrei oder einfach etwas derber. Es war ganz einfach Samstag!

Neulich war tatsächlich wieder Samstag. Der Grill war heiß und das Fleisch brutzelte auf dem Rost. Wir saßen mit Freunden im Garten und hatten einen entspannten und schönen Abend. Aber irgendwie anders! Jetzt mehr so ein Elterngedöhnsdingensabend. Wir unterhielten uns. Wir sprachen über Schlafphasen der Kleinen, über die Windelfüllungen, über Die bevorstehenden Impfungen, über den Schorf auf dem Kopf der Kleinen und über viele andere Dinge. Dinge die ein Besucher ohne Kinder vermutlich denken ließ: ” Schei***, da muss ein Alien in die gefahren sein, was erzählen die mir denn von der Babykacke ihres Nachwuchses?!”.

Ja Freunde der adulten Sommernachtsgartendiskussion, so kann es gehen! Da ist Schicht im Schacht! Is Essig, mit den leichten Themen, mit dem Politikgeplänkel und den versauten Witzen. Früher ging ich fest davon aus, dass etwas Unbekanntes mich zwingt erwachsen zu werden. Aber das ist Quatsch! Es ist bekannt und es kann lauter und gewaltiger rülpsen als ich…

Menschenskinder! Für meine Überleitungen kriege ich bestimmt irgendwann noch mal den Pulitzerpreis. Wir waren nämlich diese Woche zum ersten Mal mit der Kleinen in der Stadt zum Shopping. Dank der vielen Gutscheine die wir zur Geburt unserer kleinen Tochter geschenkt bekommen hatten, war etwas Patte zusammengekommen und die galt es jetzt im Namen des Nachwuchses auf den Kopp zu hauen! Und was hat das jetzt mit ‘nem gewaltigen Rülpser meiner Tochter zu tun? Richtisch! Die Kleine musste zwischendurch einen Boxenstopp einlegen. Da wir sowieso einen Gutschein für einen kleinen entzückenden Laden in der Mainzer Innenstadt hatten, versuchten wir dort unser Glück. Und Teil Eins meines Erkenntnisgewinns ist: Danke, das es so geile Läden auf dieser Welt gibt. Man kann stöbern, ertasten, mit den Verkäufern über diverse Produkte quatschen und vor allem, die Mama kann ihr Kind mal eben gepflegt stillen. In einem kleinen Hinterzimmer mit Wickelkommode und ohne Zeitdruck. Während sich der Papa all die vielen Dinge – die es fürs Baby auch in Ökomaterialien gibt – beeindruckt bestaunt, macht die eben noch gestresste Ehefrau nun in aller Seelenruhe erst einmal das Kind glücklich.

Auch wenn das alles in einem Ambiente stattfindet, in dem sich damals auch die Grünen zu ihrer ersten konstituierenden Sitzung getroffen haben müssen, ist das doch echte eine tolle Sache. Vor allem wenn man das erste Mal mit dem winzigen Nachwuchs in die große Stadt kommt, bilden solche Läden einen sicheren Hafen. Tipp von mir: Ihr müsst nicht lange suchen, meist bekommt ihr eh einen Gutschein von einem dieser Schnukkelläden fürs Kind geschenkt und dann nutzt das Angebot. Wenn ihr in Mainz seid, dann empfehle ich euch den unteren Teil der Gaugasse für diesen Zweck. Der Laden heißt Strampelwicht und nein, auch hier bekomme ich keinen einzigen Cent Provision. Glaubt doch einfach mal an das Gute im Menschen ;)

Diese umfassende Beschreibung meines dritten Erkenntnisgewinns in dieser Woche ist natürlich auch die perfekte Überleitung zum Thema Online- oder Offline-Shopping. Hier kann ich nämlich nach dieser Woche ohne mit der Wimper zu zucken bestätigen, dass wir alle dafür sorgen müssen, dass diese Offline-Shops (früher nannte man die Dinger Ladengeschäfte oder Einzelhandelsniederlassung – oder so…) erhalten bleiben.
Ganz klar! In den ersten neun Wochen unserer Elternschaft waren wir heilfroh darüber, dass es den A-Shop gibt. Und auch all die anderen großen Online-Shops haben unser Leben leichter gemacht. Wir haben den ganzen Kram mit ein paar Mausklicks nach Hause beordert und hex, hex! Nach ein paar Tagen war die Bude voll mit Kartonagen aber wir haben auch viel Müll gekauft, falsch gekauft oder schlicht und ergreifend überflüssiges gekauft.

Gerade auf dem Elternmarkt gibt es jede Menge Schrott und auch die Stiftung Warentest (deren Testreihen mir immer noch Rätsel aufgeben, weil vieles für Säuglinge vor acht Jahren zum letzten Mal getestet wurde!) ist nicht immer der verlässliche Partner beim Kauf der ganzen Utensilien.

Nein! Ich mag das persönliche Gespräch mit Verkäufern von großen Einzelhandelsketten auch nicht so unbedingt. Kaum ist man im Laden kommt diese blöde Krämer-Anmache “Sie kommen zurecht?” Keine Ahnung ob ich zurecht komme, bis jetzt hat das irgendwie geklappt. Morgens bin ich manchmal zu blöd mich zu rasieren aber ansonsten kommt ich zurecht – Danke der Nachfrage! Natürlich komme ich im Laden nicht zurecht. Ich war ja noch nie da und ich weiß gerade mal (und das auch nur weil ich bei der Bundeswehr Orientierungslauf gemacht habe) das hinter mir die Eingangstür ist. Was soll also der blöde Spruch? Witzig ist auch, dass man sofort ein Gespräch an der Backe hat, weil die Verkäufer in den großen Shops sofort in den Kinderwagen schauen und mit der Frequenz von Kolibri-Flügelschlägen das Wort süß aus ihren Lungen pressen. Kaum schreit das Kind ist die Wüste Ghobi im Vergleich zu diesem Laden ein sehr belebter Ort – Fast schon die Loveparade…
Aber ich schweife ab!

In diesen kleinen Babyläden (gut ich war jetzt erst in zweien überhaupt) läuft das aber irgendwie anders. Hier wird man begrüßt und wenn man dort gefragt wird, ob man zurecht kommt, dann antwortet man unglaublicherweise sofort mit Ja, weil man die Frage mit der Existenz dieses kleine Wurms im Kinderwagen verbindet und man jetzt das Gefühl hat, “Ja, hier kann ich mal kurz verschnaufen und keiner guckt blöd, weil das Kind schreit”.

Was ich schon vor drei Absätzen hätte sagen können (aber ich spekuliere noch auf die VG-Wort):
Unterstützt die kleinen geilen Läden da draußen im Land! Die haben es schwer gegen diese Masseneinkaufsriesenläden. Diese Rabatt-Spelunken und Online-Grosso-Mafiosi haben ein Gegengewicht verdient und so lange ich in Bad Hersfeld nicht mal eben schnell von der Autobahn abfahren kann um mein Kind zu wickeln, werde ich für diese kleinen Läden meine Lanze brechen. So!

Jetzt hab ich mich aber auch in Rage geschrieben – was?! Wohl aus diesem Grund bringe ich keine gute Überleitung zu meinem vorletzten Erkenntnis-Check hin aber es ist ja noch kein Vater vom Himmel gefallen!
Was ich auf jeden Fall diese Woche noch gelernt habe ist diese Social-Media-Bilder-Teilen-Geschichte. Kurz nachdem ich mich zu diesem Thema geäußert hatte, schrieb so ein Anwalt auf Facebook ein etwas längeres Statement zu diesem Thema auf und veröffentlichte es. Es umfasst eine wichtige These zum Thema Cyber-Mobbing und der Angst vor dem nie vergessenden Internet.

Der Mann hat ja absolut recht! Mal abgesehen davon, dass wir alle vermutlich einen Großteil des südamerikanischen Regenwaldes retten, wenn wir nicht diese gewaltigen Datenmengen ins Netz schippen und unsere Bilder fein artig auf Papierabzügen Oma und Opa in die Hand drücken (die halten Flickr ja sowieso immer noch für einen Online-Änderungschneider), werden wir später sehr dankbare Kinder haben. Kinder, die sich nicht für den Tortenmund zum 1. Geburtstag rechtfertigen müssen und schon gar nicht für ihren Femengleichen Auftritt am ersten heißen Sommertag in ihrem dritten Lebensjahr!

Natürlich kann man dagegen halten, dass in ein paar Jahren das Teilen von peinlichen Bildern uns alle betreffen wird und in so einem Anfall von Internetsozialismus wir alle zu den gleichen Vollpfosten gemacht werden, die wir nun mal sind aber ganz ehrlich, wir wollen doch alle Individuen sein. Total eigenständig und unverwechselbar. Na dann sind wir es doch einfach! Lassen wir doch diesen ganzen Mein Haus, mein Hund, mein Boot, mein Kind – Mist auf Facebook und Co. und sind unverwechselbar analog und unique. Keine schlechte Idee. Ich werde ab sofort nur noch so Kunstdinger von meiner Tochter drehen (Mulholland-Drive wird ein Scheiß dagegen sein!). Total unverwechselbar und wenn meine Tochter später mal sauer auf mich sein kann, dann nur weil ich sie ein bissel in der Perspektive verschoben habe – Sie kann sich ja dann bei Picasso bedanken gehen…

Schon müde? Genug von der 9. Folge Papa-Revolution? Ist der Zug schon am Ziel angekommen oder das Seminar endlich zu Ende? Dann hätte ich hier noch ein Goodie für jeden von euch, dessen Eltern noch leben…

Zunächst: Seid dankbar für eure Eltern. Schön, dass sie noch leben! Und jetzt gebt dem Affen Zucker! Haben die noch alle 12 aufm Zeiger? Wenn ihr – so wie ich – die Besucher-Dispo total übersehen habt und genau der Tag kommt, vor dem euch alle anderen schon gewarnt hatten, dann seid ihr selbst schuld. Ich gebe hiermit die Verantwortung für diesen Tag ab. Ich habe jeden von euch gewarnt!

MACHT NICHT DEN FEHLER UND LADET ALLE VIER EIN!!!

Das ist wie damals, als der Golf vom Papst auf Ebay versteigert wurde oder vielleicht erinnert ihr euch noch an euer erstes Mal mit dem Sekundenkleber? Dumme Sache das! Kleine Ursache, große Wirkung oder der Sturm im Wasserglas oder wenn das Wetter schön ist, müsst ihr für die schlechte Stimmung schon selber sorgen…

Macht es einfach nicht. Wenn alle vier da sind ist der Balztanz des Auerhahns ein müder Abklatsch gegen die Buhlerei dieser alten, und an Lebenszeit reichen Menschen. Sie tanzen wilde Tänze, sie ziehen Fratzen, sie rufen bis zu 130 db laut EIEIEIEIEIEI! Und sie kennen keine Grenzen mehr. Wie am Wühltisch vom C&A zum SSV grabschen sie nach den zarten Händchen eures Nachwuchses. Sie zerren an den Kleidern wie wildgewordene Groupies einst an Jaggers Lederjacke. Sie sind in Trance, im Rausch der Sinne. Gefangene des Kindchenschemas und geifernde Junkies auf der Suche nach dem einen Lächeln ihres Enkels.

Und so richtig scheiße wird es dann, wenn nur einer dieses Lächeln bekommt! Dann liebe Freunde der gepflegten Mediation ist nämlich die neunte Pforte offen und der Belzebub tanzt auf den Schultern derer, die sich nicht im Lichte dieses Sonnenscheins suhlen können. Der alte römische Senat ist dagegen eine Waisenstube!

Tut es nicht. Plant die Besuche mit allen technischen Mitteln die euch von Jobs und Gates gegeben wurden. Macht nicht die gleichen Fehler wie ich!

In diesem Sinne…

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