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Das war Woche ELF

Das war Woche ELF

Die Geburt meiner Tochter hat mich definitiv verändert! Ich merke schon, wie ich Tag für Tag etwas weicher und rührseliger werde. Vielleicht ist es aber auch alles andere als gefühlsduselig, wenn man seiner kleinen Tochter einfach nur sehr gerne zuschaut, wie sie die Welt entdeckt und vor allem, wie sie sich jeden Tag etwas weiter entwickelt. Die Art, wie sich ihr Lächeln verändert, hin zu einem herzhaften Glucksen oder auch die ersten zaghaften Greifversuche und wenn sie dir Dinge erklärt und mit viel Herzblut in einer Universalsprache argumentiert, gegen die Esperanto ein müder linguistischer Mitteilungsversuch ist. All das macht diese ersten Wochen zu etwas sehr besonderem und ich möchte keinen einzigen Tag davon missen!

Nun denn, es ist an der Zeit zu dokumentieren, was ich in den vergangenen sieben Tagen alles gelernt habe:

  • #01: Teppichfleckenfeststeller – Penibel-Check
  • #02: Impfkritiker – Spitzenspritzen-Check
  • #03: Internetablehner – Mega-Zwiespalt-Check
  • #04: Hochzeitsgast – Event-Check
  • #05: Kinderspielzeug-Detektiv – Material-Check

Ja genau, streicht ruhig eure Kinderzimmer, richtet sie ein und genießt es die kleinen Details im Zimmer zu arrangieren. Freut euch auf eine Zeit, in der euer Nachwuchs völlig beseelt in seinem eigenen Zimmer spielen wird und die Kindheit genießen kann. Macht das! Aber die Idee mit dem hellen Teppich – ja genau – könnt ihr mal kräftig knicken.

Als wir einzogen, lag da noch dieser recht neue Teppich im zukünftigen Kinderzimmer und da wir jetzt nicht gerade die ausgemachten Einrichtungstypen sind (wir schauen auch nur selten in diese Einrichtungstipps auf den privaten Sendern – ehrlich!) und wir mit so einem Teppich jetzt nicht unbedingt irgendwelche Feng Shui Richtlinien verletzt sahen, blieb das Ding einfach im Zimmer kleben. War ja halbwegs neu – wie gesagt. Auch als ich das Zimmer strich (inkl. Decke!) achtete ich peinlichst darauf, dass diesem Stück Bodenstoff nichts passiert. Bis in die kleinste Ecke lag Folie aus und zur Sicherheit auch noch Kartonpapier. Der Boden war safe! Bis zu dem Tag, als meine Tochter kam.

Es ist einfach schwachsinnig, in einem Zimmer, in dem ein Wickeltisch steht und ein Baby zwischen sechs- und zwölfmal am Tag eben jenen Tisch in Anspruch nimmt, einen Teppich auszulegen. Wir überlegen jetzt, ob wir die Beduinen-Technik anwenden sollen. Sprich wir kaufen bei einem berühmten schwedischen Einrichtungshaus diverse Flickenteppiche und schmeißen die über all die Flecken die da noch kommen werden. Oder wir machen es, wie meine Frau es gerne hätte. Sie arbeitet jetzt mit einem Fleckenentferner und bekommt die Flecken so gut raus, dass der Teppich an den gereinigten Stellen heller erscheint als an allen anderen Stellen. Mit etwas Glück wird so der ganze Teppich eines Tages viel heller sein oder sie bekommt von mir die Dr.Beckmann-Gedächtnis-Münze für herausragende Leistungen im Bereich der selektiven Teppich-Wahrnehmung…

So, wie gesagt, Überleitungen sind nicht jedermanns Sache…
Thema Impfkritik und was man sonst noch alles über Impfungen (vorher) wissen sollte!
Vergangenen Montag war erster Impftag. Unser Kleine bekam die berühmte Sechsfachimpfung, eine Dosis Lebendimpfstoff mit Rotaviren und weil wir ja einen kleinen Rambo durchfüttern, gab es obendrauf noch ne Portion Impfstoff gegen Pneumokokken. Acht Impfstoffe in zwei Spritzen und einer Schluckampulle. O-Ton Arzt: “Holen sie der Kleinen noch die Fieberzäpfchen, sie wird Fieber bekommen…” Alter! Ich ging davon aus, dass dieser Impftag auf jeden Fall mindestens 50 Therapiestunden in der jüngeren Zukunft meiner Tochter bedeuten würde und nicht nur Fieber! Dieser kleine Mensch wurde mit acht verschiedenen Krankheiten konfrontiert und der Kinderarzt ging gerade mal von Fieber aus. Nerven haben die ja…
Vorweg, wir haben ein Kind bekommen, das Nerven aus Stahl hat, unglaublich gerne pennt und Impfungen wie Chuck Norris wegsteckt! Na zumindest den ersten Impf-Marathon hat sie unbeschadet hinter sich gebracht.

Aber was soll man nun über Impfungen wissen? Meiner Meinung nach – und hier greife ich meinen Lernerfolgen etwas vor – ist das Internet hier ein ganz großer Misthaufen! Googelt doch mal nach Impfung für Säuglinge oder nach Sechsfachimpfung. Einer der ersten Hits ist eine Seite auf der von den Todesfällen nach der Impfung berichtet wird. Feine Sache, man hat gerade festgestellt, dass man kein Kind haben will, dass mit Kinderlähmung durchs Leben gehen soll und dann liest man, dass gerade dieser hexavalente Impfstoff für reichlich Ableben und Behinderungen verantwortlich zeichnet. Ganz großer Bullshit dank Internet! Vor allem für junge Eltern denen der Kinderarzt nur aus seiner intensivmedizinischen Zeit in der Klinik über die Notwendigkeit von Impfungen berichten kann. Das ist in etwa mit einem Frontarzt vergleichbar, den man mitten im feindlichen Feuer fragt, ob eine schusssichere Weste bei diesem Wetter anzuraten sei. Aber er hat Recht! Punkt!

Wir haben uns für die Impfungen entschieden. Eben weil wir davon ausgehen, dass in dieser Welt zu viel Mist erzählt wird und zu viele Spinner ihre Küchenpsychologie und ihre Hausapotheken-Medizin kund tun. Es sind diese Deppen, die noch nicht einen Schein in Statistik haben aber tatsächlich wissenschaftliche Ergebnisse für ihre Dogmen missbrauchen. Hört einfach auf damit! Geht auf die Uni, lernt Statistik, lernt Empirie und vor allem lernt zu differenzieren!

Da draußen nennen sie es Impfmüdigkeit. Ich gehe fest davon aus, dass vor allem das beschissene Laien-Internet dafür gesorgt hat, dass auf einmal so viele Impfexperten durch die Welt rennen und ihre Scheiße lauthals kund tun. Wenn man hier einen Vorwurf los werden möchte, dann doch der, dass es eine Impfbroschüre gibt, die vom (einzigen) Hersteller des Sechsfachimpfstoffes in den Kinderarztpraxen verteilt wird. Das klingt nicht nur nach Blade Runner, das ist Blade Runner… Pervers aber noch lange kein Grund die vielen guten Eigenschaften die eine Impfung für das Kind mit sich bringt zu verurteilen und das Kind mit dem Risiko einer Infektion zu konfrontieren. Wir leben nicht mehr in den 70ern und eine Masernparty ist so was von krank Leute!!!

So, fein! Ich habe mich wieder aufgeregt, wo ich das doch einfach nicht tun sollte. Aber es macht auch keinen Sinn über all das hinwegzusehen. Kommen wir doch einfach nahtlos zum Punkt Drei. Das Internet.

Herrschaften, ich bin mit dem Internet aufgewachsen. Ich bin seit Anfang an dabei, ich habe 1989 mit etwas angefangen, was sich elektronische Kommunikation nannte und seit 1995 bastle ich an diesem Internet mit rum. Ich bin ein Verfechter dieses Kommunikationskanals und ich kann nun, nachdem ich selbst Papa einer kleinen entzückenden Tochter bin sagen, dass dieses WWW für junge Eltern zu 90 Prozent der letzte Dreck ist!

Wir werden kirre gemacht, wir erhalten küchenempirische Erkenntnisse lauwarm serviert. Was Großmutter noch wusste, wird zum Dogma und gleichzeitig zur verhassten These aller neuzeitlich Denkenden. In Foren erzählen Mütter und Väter und Menschen die noch nie ein Kind im Arm gehalten haben (!) worauf man bei der Erziehung achten muss. Zeitweise zähle ich in einem einzigen Diskussionsstrang mehr als 25 Meinungen. Ja, Freunde der selektiven Wahrnehmung, wenn das tatsächlich hilfreich wäre, müsste ich nicht nachdem ich den Browser schließe, noch einmal in der herkömmlichen Sekundärliteratur nachlesen (auf Papier!), ob das auch alles im Internet so seine Richtigkeit hat. Ein Schwachsinn und in den wirklich wichtigen Fragen leider überhaupt nicht nutzbar. Und dabei war es einmal gerade dafür gedacht…

Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, werde ich mir die Mühe machen und eine Liste veröffentlichen. Eine Liste von Webadressen die den kleinst anzunehmenden Dreck auf ihren Seiten veröffentlichen. Wer Lust hat, kann mir hier gerne auch seine Empfehlungen per E-Mail schicken!

So, und wie komme ich nun von diesem Medium zum Thema Hochzeit mit Säugling? Fein, bin ja schon da ;)
Vergangenen Samstag waren wir auf der Hochzeit von zwei alten Freunden. Es war eine sehr schöne und ergreifende Zeremonie. Die Feier im Anschluss war nicht weniger beeindruckend. Alles war einfach perfekt (Wetter grandios, Kulisse, ach ich gerate ins schwärmen…)
Es gab da nur eine Sache: Kinder, Säuglinge, Kleinkinder und alles zwischen vier und neun. Und wir mit unserem 11 Wochen alten Kind und dann waren da noch ganz viele dazugehörige Eltern und deren Erkenntnisse über Sinn und Unsinn einer Elternschaft.

Es verhält sich mit anderen Eltern am Tisch ähnlich wie mit den Küchenpsychologen im Internet. Sie schließen von ihren Erkenntnissen auf das große Ganze. Demnach müssen alle Mädchen im Alter zwischen 2 Wochen und vier Jahren die Hölle auf Erden durchmachen, nie trocken werden und ungefähr vier Jahre zahnen. Mich kotzen vor allem die vielen Checker-Fragen an, die man während so einer Veranstaltung Katalog-ähnlich abgefragt wird. Schläft sie schon durch? Wenn Ja, vermutlich nur bis zum ersten Zahn. Danach wird sie jede Nacht Fieber bekommen und nie wieder durchschlafen. Krabbelt sie? Nein! Oh, dann müsst ihr unbedingt dafür sorgen, dass sie krabbelt. Weil sonst ist Essig mit der Rechtschreibung…

Ich habe Glück, ich bin mit einer natürlich Ignoranz und einer gehörigen Portion Arroganz von der Natur beschenkt worden. Ich sitze neben solchen Menschen und lächle geduldig. Ein paar Minuten. Dann ist Schluss. Nachdem ich ihre schlecht sitzenden Anzüge abschätzig gemustert habe, versuche ich zu verstehen, warum ich mich jetzt mit diesem Menschen unterhalten muss. Ich komme zum Schluss, dass ich es nicht muss und verpi*** mich mit meiner Tochter in den Sommergarten. Ich muss auch dort nicht unbedingt neben der Mutter sitzen, die gerade darüber referiert warum man auf jeden Fall vier Jahre stillen sollte. Nein, ich verpi*** mich einfach an die Bar mit meiner kleinen Tochter und genieße diesen Sommerabend, diese fantastische Party und die Tatsache, dass ich gehen darf, wenn es am schönsten ist und meine Tochter noch satt und zufrieden.

Weil das Hochzeitspaar hier vermutlich mitliest: Kinners es war eine geile Party, ein tolles Fest und die paar Spinner hätte es auch im Volkspark gegeben ;)– Danke, für diesen wunderschönen Tag!!!

So und zum Schluss noch dieses fantastische Thema “Kinderspielzeug”. Es ist recht kurz abgehandelt, weil auch eher so eine Art Religion für viele da draußen. Ich weiß, es gibt jede Menge schlechts Spielzeug. Sich selbst entzündend, hochgiftig, Bleihaltig und krebserregende Stoffe und es gibt eigentlich nur eine Konsumenten-Ohnmacht. Wir Eltern können uns eigentlich auch nur über dieses bekloppte Internet kundig machen und auch hier tauchen dann immer wieder diese beliebten Forentitel auf. Wir haben das gerade aktuell mit der Giraffe Sophie erlebt. Tatsächlich wollten wir diese kleine knuffige Giraffe haben. Wir sehen in ihr einfach ein gutes Spielzeug für unsere Kleine. Aber da gibt es dann doch diesen fiesen Tatbestand, dass die Giraffe seit ein paar Jahren im Verruf steht. Giftige Stoffe soll sie enthalten und das gerade in einem Spielzeug, welches mit 99prozentiger Wahscheinlichkeit vom Baby in den Mund genommen wird.

Wir schmeißen die Recherche-Maschine an und finden raus, dass die Giraffe seit 2012 clean ist. Zumindest in diversen Chargen-Gruppen. Wir suchen jene Charge heraus, die clean sein soll und kaufen das Ding dann. Erste Reaktion im Netz “Schadstoffbelastet, lasst die Finger davon!!!” und es vollzieht sich weiter. Immer wieder werden wir darauf angesprochen. Ich möchte all jenen, die der Recherche nicht so mächtig sind, an dieser Stelle folgende Seite empfehlen: www.cleankids.de Eine von den guten Seiten im Netz! Hier finden sich viele Infos zu Spielzeugen, Rückrufaktionen und allem was mit Kindern zu tun hat und nicht sein dürfte. Recherchiert, vergewissert euch und prüft. Ich für meinen Teil versuche erst dann die Pferde scheu zu machen, wenn es tatsächlich Handlungsbedarf gibt. Vorher gilt die alte Forenregel: Erst lesen, dann posten!!!

So weit von mir. Ich wünsche eine angenehme Arbeitswoche und feinstes Sommerwetter!

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