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Das war Woche DREIUNDZWANZIG

Das war Woche DREIUNDZWANZIG

Ok, ich fange diesen Blogeintrag mal an, wie damals bei Desperate Houswifes oder all den anderen Ami-Serien, in denen der Plot ganz kurz angerissen wird und man dann erst einmal 15 Minuten Werbung ertragen muss bevor es wirklich los geht. Keine Angst, ich werde die Werbung rausschneiden!

In dieser Folge erleben SIE, wie man sein Windelwickelgedächtnis aufgrund fehlender Praxis wieder verliert, warum Fingerflitzer im Gesicht eines Babys nichts zu suchen haben. Warum man im Traum auf einmal wild anfängt zu lachen (und davon aufwacht) und wie ein einziger Bauchroller, Papas Brust stolz anschwellen lässt…

Und weil es Tradition ist, hier nochmal tabellarisch und gesittet (auch ohne Werbung):

#01: Windelwickelvergesslich – Auffrisch-Check
#02: Fingerflitzer – Flossenwech-Check
#03: Fehlschlaf-Delirium – Wahntraum-Check
#04: MaxiCosiWorkout – Trainings-Check
#05: Bauchroller – StolzwieBolle-Check

Ja, ich bin vergesslich.

Was jetzt doch ein bissel wie der Anfang von Tai-Ginseng-Kapseln klingt, ist pure Realität. Ich habe kein ausgeprägtesWindelwickel-Gedächtnis. Jedenfalls keines, das eine höhere Halbwertzeit als eine Pfütze Feuerzeugbenzin auf einem Wohnzimmertisch hätte.

Das ist schon traurig. Gab ich mir doch vor etlichen Wochen ganz stolz den unter 90 Sekunden-Check und dann sogar noch einen unter 30 Sekunden (was ganz schön vermessen gewesen wäre, wenn es so sein sollte). Jetzt aber bin ich unter fünf Minuten mit verknoteten Fingern und einem Baby aufm Wickeltisch, das relativ enttäuscht dreinschaut und vermutlich auch den Glauben an den Super-Papa verloren hat. Das deprimiert mich und das liegt alles daran, weil ich ja kaum noch zu Hause bin! Wie soll man denn da seine Fähigkeiten bewahren und sogar ausbauen können. Meine Frau kann das ja inzwischen blind und wenn man ihr das Kind auf den Rücken legen würde, könnte sie das immer noch total souverän…

Ich bin vollkommen raus aus der Windelwickel-Community. Aber in den letzten vier Tagen (Danke, Deutsche Einheit und Feiertag der damit verbunden ist, und so…) habe ich mein Wissen wieder aufgefrischt, ich bin jetzt zumindest in der Lage, eine Windel zu wickeln, die nicht gleich wieder abplatzt (vielleicht ist das Kind auch einfach zu dick für diese Windelgröße…) und das Kind lacht noch, wenn ich nach drei Minuten mein Werk voller Stolz bewundere und gekonnt meinem Nachwuchs zuzwinkere.

Was lernen wir daraus? Genau! Nicht übermütig werden, die Finger immer schön geschmeidig halten und immer darauf achten, dass man in der Übung bleibt, vor allem wenn man an Windel-Wickel-Wettbewerben teilnehmen möchte (gern genommen an Kuchen-Nachmittagen mit anderen Jung-Muttis und Jung-Papas). Man hat einfach ganz neue Prioritäten im Leben ;)

Und da wären wir auch schon beim nächsten – sehr wichtigen – Thema!

Immer diese Fingerflitzer! Leute, ehrlich. Mir ist in den letzten 40 Jahren nicht ein Augenblick bekannt, in dem ich von fremden Menschen die Hand in der Nähe meines Mundes gespürt hätte. Jedenfalls nicht ohne vorherige Ansage oder damit verbundener handfester Prügelei!
Das ist meine private Zone, also die fünfzig Zentimeter um mich herum, sind meine persönliche Wohlfühlzone (das hat meine Frau dazu gesagt). Das ist meine Sicherheitszone, in die ich auch nur Menschen lasse, die ich sehr, sehr, sehr, wirklich sehr gut kenne.

Meiner kleinen Babytochter ist das natürlich momentan noch ziemlich egal und eigentlich freut sie sich über jeden Finger, der sich ihrem kleinen Mund nähert – weil kaubar. Aber die meisten dieser Dinger sind ungewaschen oder seit langer (langer) Zeit nicht mehr gewaschen und dann sollte man als erwachsene Person diesem Drang widerstehen und es einfach lassen. Denkste! Eine ganze Reihe von älteren Damen haben nichts anderes im Sinn und sie rühren der Kleinen im (noch fehlenden) Gebiss rum als gäbe es kein Morgen!

In diesen Augenblicken wünschte ich immer, sie könnte schon beherzt zubeißen. Aber leider sind die zwei unteren Schneidezähne momentan alles an Beißwerkzeugen, was sie vorweisen kann und deswegen müssten eigentlich wir (Eltern) ihr zu Hilfe eilen aber das tun wir natürlich auch nicht. Wir wollen ja nicht wie zwei paranoide Elternteile wirken, die einer alten Dame die Berührung eines kleinen unschuldigen Engels verbieten. Wir beißen uns auf die Lippen und ärgern uns in schlaflosen Nächten still in die Tasche. Bleibt allein der fromme Wunsch, dass die alten Schachteln mal langsam ihre Griffel unter Kontrolle halten können!

All die harten Worte erreichen eure Augen vermutlich auch nur, weil ich und meine Frau unter einem nicht zu verachtenden Schlafmangel leiden. Bei mir sind es nur die letzten vier (freien) Tage, in denen ich mich verstärkt um das Wohl der Kleinen kümmern konnte aber bei meiner Frau ist es natürlich noch viel ausgeprägter! Wir wandeln ein wenig wie kleine Zombies über die taghelle Erde. Wir schreiben viel zu lange inhaltsleere Sätze und was meine Wenigkeit betrifft: Ich lache im Schlaf!

Ich habe schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr im Schlaf lachen müssen aber jetzt ist es sogar so weit, dass ich davon aufwache! Neulich habe ich im Traum mit ein paar Leuten in einem Auto gesessen und einer hat einen Witz erzählt. Ich weiß nicht wer das war und ich weiß auch nicht warum ich dort war aber der Witz muss so gut gewesen sein, dass ich laut davon lachen musste und das habe ich sogar in der Realität getan. Ich lachte laut und davon wachte ich auf!

Also so ein Schlafentzug macht müde Menschen lustig oder was? Ich bin gespannt, wann ich im Stau stehe und auf einmal wild loslachen muss (ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich mit mir selbst redete – also so richtig Selbstgespräche geführt hatte). Alter Schwede! Da sagt noch mal einer, diese Elternschaft treibt einen nicht an seine Grenzen…

Um dem ganzen Wahnsinn Einhalt zu gebieten, braucht es körperliche Anstrengung als Ausgleich. Ich habe seit ein paar Wochen den Weg nicht mehr ins Fitnessstudio gefunden (irgendwie habe ich ihn auch nicht wirklich gesucht…). Und weil meine Kamera alleine nicht genug Anstrengung produziert habe ich nun das MaxiCosi-Workout entwickelt. Ich werde es demnächst Helene Fischer vorturnen und hoffe sehr auf Lizenzerlöse aus diesem wahnsinnig innovativen Workout-DVD-Dingenskirchen. Das wird der Böööörner!

Und weil meine Tochter in Sachen Fitness nicht abstinken wollte, hat sie es diese Woche endlich getan. Wir haben schon seit ein paar Wochen darauf gewartet und im entscheidenden Augenblick war ich selbst auch gar nicht zugegen, aber meine Frau schickte mir eine SMS und darin stand „Sie hat sich auf den Bauch gerollt“. Wisst ihr, vor ein paar Jahren hätte ich eine solche SMS als überemotionalisierten Quatsch abgetan aber im Augenblick als ich es las war ich stolzer als es Bolle auf seinen Lütten je hätte sein können!

Na, wenn das nicht mal eine echte Papa-Evolution ist – WAS?!

In diesem Sinn – Alle auf alle Viere und schön weitermachen!

Bis nächste Woche!

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