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Das war Woche ACHTZEHN

Das war Woche ACHTZEHN

An einem Sonntagabend seinen Blogpost über die vergangene Woche zu schreiben, wenn diese Woche an sich schon sehr kurz war und nur wenige Stunden mit der Baby-Tochter verbracht werden konnten, grenzt an Folter (übrigens nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau, die ja auch mal ein paar Minuten in der Dusche genießen kann, ohne gleich einen Panikschub nach dem Einseifen zu bekommen, weil die Kleine furchtbar herzzerreißend schreit). Aus diesem Grund schreibe ich meine Blogpost nun morgens um fünf Uhr. Weil meine Tochter nun seit einigen Tagen wieder zum früh aufstehen tendiert. Macht ja nix. Geh ich halt früher ins Bett. Ich praktiziere so eine Art neue Gelassenheit und kann sie nur empfehlen. Aber vielleicht wirken auch einfach nur die Blutdrucktabletten wieder besser, seit ich ein paar Pfund abgenommen habe – Wer weiß das schon. Hier auf jeden Fall meine neuesten erlernten Fähigkeiten von der vergangenen Woche:

#01: OsteoPhysio-Versteher – Haltungscheck
#02: Zahnermittler – Zahnfee-Check
#03: Grimassenzieher – Till-Check
#04: Ballonteur – ClubRobinso-Check
#05: Highnoon-Fütterer – 12Uhr-Check

Eine bemerkenswerte Eigenschaft von überzeugenden Experten ist, dich in kürzester Zeit von allem überzeugen zu können und zumindest so lange, wie du in ihrer Nähe bist. Das hätte jetzt auch von Mark Twain (in einer sehr schwachen Minute) sein können aber in diesem Fall ist das so. Kinderärzte sind sehr überzeugend, Physiotherapeuten auch aber Physiotherapeuten die zusätzlich auch noch Osteopathen sind und nix mit Kinderärzten am Hut haben, die machen mir gute Laune!

Nein im Ernst, die Mischung aus einer versierten medizinischen Grundeinstellung und einer sehr stark haptisch anmutenden Diagnose (…lass die Finger kreisen…) klingt einfach überzeugender als die reine Handauflegerei (die auch ihre Wirkung zeigt aber eben weniger nachvollziehbar…). Bei mir gab es am Wochenende einen Pluspunkt für diese Doppel-Aubildung und vor allem haben wir jetzt mal ein Ziel bei diesem ständigen Nach-Hinten-Gebiege unserer kleinen Tochter. Da wir ihre Zukunft nicht im chinesischen Staatszirkus vermuten wollen, werden wir mal etwas intensiver die Bauchmuskeln der kleinen Dame in Schwingung versetzen und die Tage des lockeren Abhängens auf Mamas u. Papas Arm sind auch vorbei!

An diesem Wochenende haben wir auch Zähne vermutet. Woran das liegt? Ja, zunächst einmal wäre es nicht ganz ungewöhnlich mit vier Monaten Zähnchen zu fühlen, außerdem speichelt sich die gute ein, dass man fast schon mit einem großen Duschhandtuch hinter ihr herlaufen könnte und zuletzt ist sie in den letzten Tagen sehr regelmäßig um 4.45 Uhr aufgewacht und hat nach Party verlangt. Der unermüdliche Experte in mir stellte direkt diese These auf und dachte auch nicht an Wachstumsschübe oder andere Befindlichkeiten.

Also los! Beißring gekauft und der kleinen in die Wiege gelegt. Nix passiert. Das neue Spielzeug wird zwar brav in den Mund gesteckt aber außer jeder Menge Speichel hat dieser Ring im Mund meiner Tochter nichts bemerkt. Hmmm. Warten. Vielleicht habe ich mich ja tatsächlich geirrt. In diesem Fall müsste ich mir natürlich den Zahnfee-Check für diese Woche wieder aberkennen. Das sich anschließende Gesicht kann ich aber nahtlos in den Till-Check mit einbeziehen. Weil Grimassen machen jetzt erst so richtig Spaß.

Ich bin in der glücklichen Lage, aus meinem Gesicht so ziemlich alles formen zu können, was hässlich ist und trotzdem auch lustig. Die Kleine fährt darauf total ab. Wenn es nur absurd genug ausschaut und so richtig realitätsfern (also so Hans-Uwe im Münchner Feierabend-Verkehr oder Roman beim 4:0 im Spiel Bayern gegen Hamburg – wobei Roman aus Hamburg ist…).

Man macht sich zum Vollhorst und unterhält damit fürstlich. Kleine Vier Monate alte Menschen sind ja so genügsam (fast so genügsam wie 30-jährige RTLII-Zuschauer).

Wenn ich schon bei Genügsamkeit bin. Habt ihr je mit euren kleinen Hosenscheißern das Ballonstupslied gesungen? Wenn nicht, habt ihr was verpasst! Ihr müsst gar nicht groß singen und ihr müsst auch gar nicht viel Luft in den Ballon blasen. Wenn er so Honigmelonen groß ist, reicht das völlig. Danach müsst ihr den Ballon nur noch an eine kleine Schnur binden und damit immer wieder die Nase eures Babys berühren. Also titschen. Dabei solltet ihr bei „Aufprall“ ein immer lauter werdendes Geräusch machen und kräftig mitlachen. Vermutlich werdet ihr ein Gegickel hören, dass euch noch Tage danach aufheitert – selbst wenn ihr nur kurz daran denkt.

Achtet wie immer darauf, dass keine Kameras in der Nähe sind und natürlich müssen die Fenster geschlossen sein! Und vermutlich muss das Baby so um die vier Monate alt sein. Genaueres kann euch da aber mit Sicherheit die Apothekenumschau oder Wikipedia zu sagen ;)

So und nun mein persönliches Highlight der Woche!

Mittagessen, an einem Sonntag. Mittagessen, wenn andere aufstehen. Um 12 Uhr! Nachdem wir beim letzten Restaurant-Ausflug mit der Babytochter ziemlich spät dran waren, dachten wir diesmal, es sollte doch so um die echte Mittagszeit sein. Quasi High Noon.
Das war eine gute Idee. Das Restaurant war leer – bis auf die Rentner…

Rentner scheinen eine ziemlich genaue Vorstellung von der Abfolge eines Tages zu besitzen. Und weil man vermutlich schon in den 50ern um 12 Uhr gegessen hatte, wird das auch heute noch so gehandhabt. Punkt 12 stand bei denen die Lammkeule aufm Tisch und dann kamen wir. Die Kleine hatte ein paar Minuten gequengelt. Wirklich nix dramatisches aber es war das Signal für einen passiven Erziehungskurs, den wir nur aufgrund unserer empathischen Fähigkeiten tatsächlich wahrnahmen.

Rentnerin Nr.1: „Isch hab ja scho früh Kinner bekomme…“

Rentnerin Nr. 2: „Ja, isch war auch net die letzte aus meinem Jahrgang…“

Rentner Nr. 1: „Mir schmeckts!“

Unsere Tochter quengelt leise, meine Frau holt die Kleine raus, daraufhin die eine Rentnerin zur anderen:

Rentnerin Nr. 1: „Heutzutach sind die junge Eltern ja viel moderner, die hole die ja schon beim klaanste (kleinsten) Ferzje (Fürzlein) ausm Waache“

Rentnerin Nr. 2: „Isch hab des nur in de erste zwei Woche gemacht, danach had der Friedrisch des ned mehr gemacht, weil ich ‘n aafach im Bettsche hab liesche lasse…“

Ja – GENAU!

Vermutlich hat Friedrich heute drei bis viermal im Monat ein Gespräch mit seinem Therapeuten. Findet die Welt von Zeit zu Zeit so richtig beschissen und vertraut maximal seiner Katze.

Mein lieber Friedrich – Es ist nicht unsere Schuld!

Mir war diese 12-Uhr-Mittagessen-Geschichte nicht mehr geläufig und ich bin als Kulturwissenschaftler natürlich unendlich dankbar für diesen kleinen Einblick ins Kleinkarierte und natürlich möchte ich mich an dieser Stelle auch noch für die vielen, vielen tollen Erziehungstipps von der Nachkriegsgeneration bedanken – Nicht!

Den 12-Uhr-Check gebe ich mir mit stolzgeschwellter Brust! Und verbleibe bis nächste Woche.

Machen wir was draus!

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