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Das war Woche ACHT

Das war Woche ACHT

Diese Zeitfloskel mit der alle Gespräche rund ums Kind in den letzten Tagen anfangen, gehen mir ein wenig auf den Geist. Aber sie haben ja recht! Es sind schon acht Wochen und man glaubt tatsächlich nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Aber trotzdem ertappe ich mich, wie ich auf den Kalender meines Smartphones schiele und gerne die Zeit vorantreiben würde. Einfach nur ein paar Monate. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Kleine “erwacht” und zum interagierenden Familienmitglied wird. Jetzt schreien bestimmt einige: Oh mein Gott! Er sieht in seiner Tochter kein interagierendes Wesen!!! – Vielleicht können mir andere Väter zur Seite stehen, wenn ich behaupte, dass die Blubberphase schon schön ist aber die ersten drei Monate verdammt viel Lalala enthalten…

Egal! Ich habe diese Woche wieder ein paar Dinge dazu gelernt und davon möchte ich in guter alter – achtwöchiger – Tradition nun berichten:

  • #01: Neue Sekundärliteraturquelle entdeckt – Empfehlungs-Halb-Check!
  • #02: Distanzpapa ist scheiße! – Erfahrungscheck!
  • #03: Hitzepanik – Heißester Check des Jahres!!!
  • #04: Baby im Netz – Total-Vernetzt-Check!
  • #05: Hebammentschüssing – Lagerwechsel-Check!

Ja, ich habe mich entschlossen – sobald ich mal fünf Erkenntnisgewinne am Stück, innerhalb von sieben Tagen zusammentragen kann – wieder eine Checkliste einzuführen. Das ist pädagogisch einfach viel wertvoller. Mit diesem lyrischen aneinanderreihen von Beobachtungen und Erfahrungen kann ich auf Dauer nix anfangen. Ich brauche erkennbare Erkenntnisfortschritte und deswegen gibt es jetzt wieder eine Checkliste. Bleibe ich unter fünf, wird es halt wieder so ne “Ich-möchte-im-nächsten-Leben-Schriftsteller-werden” Erfahrungserzählung (wobei ich in Deutsch, damals in der Schule bei Erzählungen nicht unbedingt der Schlechteste war…!).

Ich schweife ab… Hier nun mein Checkpunkt Nr. 1 – Die Zeitschrift heißt Nido und neulich bei einer sehr langen Autofahrt in eine sehr berühmte Stadt erzählte mir ein alter Freund von dieser Familienzeitschrift. Ich hatte die bisher nicht auf dem Schirm und habe bis jetzt auch nur die Homepage gescannt. Die aber hat mir gefallen. Nicht zuletzt, weil dort auch der “Blog der Woche” präsentiert wird. Da geht es um – dreimal raten bitte! – junge Familien, Väter, Mütter und deren Erfahrungsberichte. Ja, es ist frustrierend zu wissen, dass man nicht der einzige mit so einer außergewöhnlich individuellen Idee war aber das sind allesamt gute Blogs die da vorgestellt werden. Gemäß der Natur meines Egos, habe ich meinen Blog natürlich auch gleich mal per Mail in der Redaktion beworben. Keine Ahnung, ob denen nun mein Logobild Angst gemacht hat aber meine Vita sagt ja eigentlich alles – Ich bin ja nur ein Revolutionsblender und das auch nur dank vier Stunden Photoshop Schnellkurs…

Aber zurück zur Zeitschrift. Ich werde mir die nächste Ausgabe kaufen und bewerten, ob die guten Kritiken von Freund und dessen angeschlossener Frau wirklich gerechtfertigt sind, wobei ich vorab schon sagen kann, dass die beiden eigentlich recht kritische Zeitgenossen sind und mir keinen Blödsinn andrehen würden. Falls hier weitere Nido-Leser deren Wertung bestätigen können, ist das Abo schon fast gebongt…

So wird man dann doch noch zum Familienzeitschriften-Abonnent. Aber man entwickelt sich weiter und manches verändert sich so pervers stark, dass man manchmal Gefahr läuft, den Typen aus dem Spiegel nicht rasieren zu können, weil man ihn nicht kennt!

Eben auf jener Autofahrt entferne ich mich mächtig weit von Heim, Haus, Kind und Kegel. Am Anfang war das alles noch schön und gut. Ich habe das Gefühl einer Auszeit. Eine Kadenz, eben mal kurz alle Fünfe gerade sein lassen und mal abschalten aber dann, noch keine 200 Kilometer von Zuhause entfernt, der erste scheue Blick auf das Handy-Display. Es stellte sich mit jedem Kilometer so ein klein wenig mehr Heimweh ein. Verrückt! Aber die Kleine und meine Frau haben sich da schon mächtig tief ins Herz gegraben. Es waren zwei anstrengende Tage die folgten und daheim ankommen tat mir und den beiden Mädels ziemlich gut!

Das muss jetzt nicht heißen, dass ich demnächst permanent in Tränen ausbreche, wenn ich unterwegs bin. Da ich berufsbedingt ziemlich viel unterwegs bin, werde ich lernen müssen damit umzugehen aber es ist neu und sagen wir es, wie es ist: Wegmüssen ist Scheiße!

Festgestellt: Der Distanzpapa ist nicht fein aber wenn dazu dann auch noch eine Mini-Hitzewelle in einem Land vorkommt, das sonst schon stöhnt, wenn auch nur die 27 Grad-Marke geknackt wird, dann bist du so richtig angeschissen. Was machst du mit so einem acht Wochen alten Knödel, wenn es nachts einfach nicht abkühlen will. Genau! Dir kommen all diese bekloppten Stories von den Überhitzungskindern und den damit verbundenen Säuglingstoden in den Sinn. Ich weiß, alles total irrational aber so ist man nun mal in diesem Augenblick. Man hat erst vor ein paar Wochen die Verantwortung für so ein kleines Lebewesen übernommen und man hat alles andere vor, als hier zu versagen! Also, Fenster auf – bringt nix, weil Hitzestau vor der Bude. Komplett ausziehen, ok. Eine Stunde später kommt der Bericht: Kind fühlt sich irgendwie ziemlich kühl an. Ok, Body wieder anziehen. Ich schau mir dann in der Hauptstadt die jungen Eltern an, wie sie in Berlin Mitte um 23 Uhr in der Kneipe sitzen und ihr Säuglingskind lässig auf dem Arm nackt wiegen (das waren insgesamt 11 Knödel, die ich so auf den Armen liegend beobachtet hatte!!!).

Dir kommt der Gedanke: Wir sind einfach zu übervorsichtig. Also locker bleiben, die restliche Coolness aus den Ecken des Gehirns lutschen und per SMS antworten “ja, denke auch, nackt geht. Hier in Berlin…”

Dann wurde es wieder kühler. Ja! Ich wünsche euch trotzdem weiterhin einen schönen warmen Sommer – wenn ihr im Urlaub seid, grüßt mir die heißen Strandnächte. Hier kann es dieses Jahr gerne so bleiben wie jetzt…

So! Wenn wir gerade beim Urlaub sind. Ihr werdet doch sicherlich dieses Jahr auch ein Glas Wein im Sonnenuntergang fotografieren und auf Facebook, Twitter oder Instagram posten. Einige von euch werden vielleicht sogar extra einen Vine-Account aufmachen um Videos vom Urlaub, der Katze, dem Hund und all den vielen Leckereien auf den Tellern der ganzen Welt zu schenken.

Vielen Dank! Mein Neid wird euch gewiss sein und ganz ehrlich, ich nehme gerne auf diese Art und Weise an eurem Leben teil. Ich bin für ein paar Sekunden auch dort, wo ihr seid und ich feiere mit euch, wenn wir uns in der Timeline begegnen. Und ich überlege schon seit Wochen, wie ich damit umgehen soll, dass ich eigentlich auch so ein Videotyp bin. Ich würde euch so gerne Bilder und Videos von der Kleinen zeigen aber ich hadere mit diesem sozialen Netzwerkdingens und mit der Tatsache, dass da draußen jede Menge Spinner rumlaufen, die es eben mal auf eine ziemlich perverse Art süß finden, was wir da unseren kleinen Sonnenschein nennen…

Aber dann kam diese Woche dieses Instagram-Update. Videos gehen jetzt auch. Ja und zu allem Überfluss bin ich begrenzt auf 15 Sekunden und ich kann in diesen 15 Sekunden mehrere Einstellungen filmen. Ich kann praktisch auf dem Tape schneiden und JAAAAA! Mein Videotypenherz hat gewonnen! Ich kann nicht anders. Ich muss euch wenigstens dieses eine erste Instagram-Video von ihr hier auf dem Blog zeigen. Danach muss ich schauen, was meine Frau sagt und wie sich das alles weiter entwickelt. Aber dieses Kurzvideo-Geschichten gefallen mir richtig gut! Das wird eine neue Videokultur – ähnlich Twitter – aber darüber berichte ich dann auf einem anderen Kanal ;)

Link zum Instagram-Video – Klickst du!

Frisch im Geschäft zu sein, heißt immer Fehler machen und erst einmal Erfahrungen sammeln zu müssen. Wir lernen täglich dazu und wir lernen viel in kürzester Zeit. Dazu gehört auch all das, was ich in dieser Woche erfahren habe. Wenn aber der Tag kommt, an dem die Hebamme Tschüss sagt, dann ist das wie damals, als wir den Führerschein überreicht bekommen haben und ich zumindest dachte: “Gott seid ihr bekloppt, mir diesen Lappen zu geben!”. Man fühlt sich unsicher, hat aber praktisch das Zeugnis ausgestellt bekommen, dass hier alles gut läuft und man in der Lage ist, sein Kind groß zu ziehen. “Hier ist doch alles prima!” – Das Lob geht runter wie Öl! Aber wenn dann die Tür zu geht, muss man trotzdem kurz schlucken. Acht Wochen sind rum und die Hebamme sehen wir jetzt nur noch bei der Babymassage und in ein paar Monaten, wenn die Kostumstellung ansteht.

Aber ist das nicht toll, dass dir diese Frau einfach sagt: “ruft an, wenn euch was unter den Nägeln brennt oder ihr euch einfach unsicher seid!”. Ich steh voll auf Menschen die in ihrem Job eine Profession und Berufung sehen und ich habe auch im Freundeskreis noch von keinem gehört, dass eine Hebamme nach den acht Wochen die “Kunden”-Nummer aus ihrem Telefonbuch gelöscht hätte.

Noch einmal und bestimmt nicht zum letzten Mal:

Einfach Danke!

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